Kirchengemeinde feiert ihre Mitarbeiter

Pfarrer Gottfried Löffler (links im Bild) begrüßte neue und ehrte langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchengemeinde Bad Wildbad: Deniz Pross, Ernstgeorg Kieburg, Claudia König, Claudia Stephan, Annekatrin Haag, Robin Welker, Nina Zimmermann, Lena Schuhmacher und Lea Roller (von links nach rechts).

Seit 18 Jahren gibt es das Mitarbeiterfest der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Wildbad, dazu werden alle eingeladen, die sich haupt- oder ehrenamtlich das Jahr über für die Kirche engagieren und das sind ziemlich viele.

Vergangenen Donnerstag (08.03.2018) war es im Ludwig-Hofacker-Haus wieder so weit. Kirchengemeinderat Hans Volz begrüßte an die hundert Gäste, die sich in irgendeiner Weise bei der Gemeinde einbringen. Volz erinnerte an ein Gedicht von Gerhard Engelsberger „Es liegt an Dir, welche Spuren Du hinterlässt.“ Er freue sich über diejenigen, die ihren Platz in der Gemeinde gefunden haben, wo sie gerade nötig sind und dankte herzlich dafür. Volz äußerte auch einen Wunsch. Es wäre auch schön, wenn irgendwann einmal ein Besucher bei den öffentlichen Sitzungen des Kirchengemeinderats dabei wäre.

Das Fest sei auch eine Möglichkeit der Begegnung der Generationen, sagte Pfarrer Gottfried Löffler, einer der wenigen Anlässe im Jahr, wo wirklich alle Altersgruppen, Jung und Alt, zusammenkämen.

Motto des Abends war die Jahreslosung „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. Die zog sich als roter Faden durch den Abend, und tauchte in verschiedenen Variationen immer wieder auf. Als Multimediapräsentation, in den Auftritten des Posaunenchors und der Kantorei, sowie beim gemeinsamen Malprojekt.

Musikalische Beiträge kamen vom Posaunenchor unter Leitung von Ewald Haag, und der Kantorei unter Leitung von Susanne Fuierer.

Gemeindediakonin Beate Kunz, stellte die vielen Bereiche vor, in denen die Leute sich einbringen, vom Pfarramt bis zum Austragen des Gemeindebriefs.

Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Abendessen, das sich alle schmecken ließen und dazu „ausgiebiges Schwätza“, wie ausdrücklich als Programmpunkt vermerkt war.

Außerdem stellte Pfarrer Löffler die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gemeinde vor. Dies sind Redita Binder, Robin Welker und Claudia Stephan vom Kindergarten, Britta Schmerbeck und Deniz Pross von der Diakoniestation, Irmlinde Schaudi vom Hospizdienst und Rose Bäuerle von der Kirchenpflege, sowie Ernstgeorg Kieburg und Paul Kröber vom Gemeindedienst und Lena Schumacher und Lea Roller in der Mädchenjungschar.

Weiter gab es Ehrungen für langjähriges Engagement. 25 Jahre dabei sind die Erzieherinnen Claudia König und Tabea Klaiber sowie Pflegekraft Sabine Eichberger. 10 Jahre dabei ist Melanie Seyfried als Zusatzkraft im Kindergarten und 5 Jahre sind Hausmeisterin Annekatrin Haag und Kinderpflegerin Nina Zimmermann dabei. Blumen und Urkunden verteilte Pfarrer Löffler.

Zu vorgerückter Stunde stieg Pfarrer Thomas Föll in die Bütt. Nach einem politisch korrekten Witz, den niemand hören konnte, demonstrierte er genussvoll, wie Menschen an schwierigen Fachbegriffen scheitern können und berichtete humoriges aus dem Leben eines Krankenhauspfarrers.

Text und Bild Bernd Helbig

 

Es gbt Nächstenliebe ohne Vorbehalt

Die Helferinnen des Hospizdienstes Oberes Enztal verabschiedeten mit Rosen die Gründerin dieser Einrichtung, Kristine Bürk.

Pfarrer Gottfried Löffler verpflichtete Irmlinde Schaudi als neue Koordinatorin des Hospizdienstes.

Die Helferinnen des Hospizdienstes Oberes Enztal verabschiedeten mit Rosen die Gründerin dieser Einrichtung, Kristine Bürk.

Was auf dem Programmzettel zur Verabschiedung von Kristine Bürk als "Stabübergabe" angekündigt worden war, gestaltete sich zu einer bewegenden Feierstunde, die nicht nur bei den Beteiligten mit einigen Wehmutstränen verbunden war.

Im Ludwig-Hofacker-Haus in Bad Wildbad wurde am Samstagnachmittag Kristine Bürk verabschiedet. Sie ist die Gründerin des Hospizdienstes Oberes Enztal und leitete bis zum Jahresende 2017 die ambulante Hospizgruppe zur Begleitung schwerstkranker sterbender Menschen und deren Angehörigen zwölf Jahre lang.

Die in der Hospizgruppe tätigen "Helferinnen", viele Freunde, Angehörige von bisher gepflegten Menschen, die Geistlichen des Oberen Enztals, eine Reihe von Ärzten sowie Vertreter der Kommunen waren gekommen, um Bürk für diese Arbeit zu danken, die Pfarrer Gottfried Löffler in seiner Begrüßung als "ihr Kind" bezeichnete.

Eingeleitet und musikalisch umrahmt wurde die "Stabübergabe" von einer Bläsergruppe der Stadtkapelle.

Bürk, so Löffler, habe den Hospizdienst maßgeblich geprägt. Sie führte die Erstgespräche mit den Angehörigen sterbender Menschen, organisierte die regelmäßigen Supervisionen und gemeinsamen Wochenenden der Hospizgruppe, beteiligte sich an Tagungen und Fortbildungen, und ging einmal im Jahr mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit, um so auch die Arbeit der Hospizgruppe nach außen zu tragen.

Bürgermeisterstellvertreter Jochen Borg dankte ihr im Namen der drei Kommunen für die Gründung und das hohe Engagement in dieser selbstlosen und schwierigen Tätigkeit. Borg begrüßte außerdem Irmlinde Schaudi aus Enzklösterle als Nachfolgerin in der Leitung der Hospizgruppe.

Der Dienst der Hospizgruppe, so Pfarrer Thomas Föll, sei unabhängig von Religion, Stand und Weltanschauung. Hier gelte es, die Maxime von Cicely Saunders, der englischen Gründerin der Hospizarbeit wahrzunehmen: "Leben bis zuletzt und die Würde des Sterbenden zu achten." Zwei Phasen des Lebens benötigten besondere Hilfe: die Geburt und das Sterben. Deshalb sei die Tätigkeit der Hospizgruppe ein wichtiger Dienst für die Sterbenden. Wobei als Grundkompetenz hohes Einfühlungsvermögen und entsprechende Lebenseinstellung der Hospizhelfer unumgänglich sei.

Günther Limberg dankte Kristine Bürk im Namen der Ärzteschaft und versicherte: "Gott ist dort, wo Nächstenliebe ohne Vorbehalt gegeben wird." Nächstenliebe sei wie ein Vitamin, den man für sich nicht selbst erzeugen könne, und Liebe mache Mut zur Hilfe für andere.

Sabine Horn ist nicht nur stellvertretende Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbands Baden-Württemberg, sondern auch Nichte von Kristine Bürk. Deshalb fand sie als "Hospizbewegte" sehr persönliche Worte und Gedanken für ihre Tante, der sie für ihre Arbeit dankte. Horn verglich die Hospizarbeit mit einem Stein, der ins Wasser fällt und kreisförmige Wellen schlägt, also etwas bewegt. So sei es auch bei den Hospizhelfern, die Achtsamkeit, Respekt, Wahrhaftigkeit und Offenheit besitzen würden, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Horns besonderer Wunsch an die neue Hospizleiterin Irmlinde Schaudi war, die bisherige enge Verbundenheit untereinander weiterhin zu pflegen.

 

Viele Rosen

"Ich fühle mich wie ein abgeblühter Löwenzahn, von dem alle Schirmchen weggeweht wurden und nur noch der Stängel übrig ist", meinte Kristine Bürk mit etwas Wehmut in der Stimme und dankte allen – vor allem den ehrenamtlichen Helferinnen und deren Familien. Gleichzeitig aber auch den Menschen, die sich ihr beim Sterben anvertraut hätten.

Die Frauen der Hospizgruppe dankten ihrerseits ihrer bisherigen Einsatzleiterin mit einem Gemälde der Künstlerin Gabriele Koenigs, eine Welle darstellend, und vielen Rosen, welche nicht nur Anerkennung, sondern auch hohe Zuneigung ausdrückten.

Es gehe beim Hospizdienst um die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse von Kranken und Sterbenden, aber auch die Bereitschaft loszulassen und zu spüren, dass man nicht alleine sei, betonte Irmlinde Schaudi, die sich anschließend vorstellte.

Sie ist seit Anfang Dezember 2017 als Koordinatorin tätig, als "katholische Fachfrau im ökumenischen Geist", wie sie dies selbst bezeichnete. Schaudis besonderer Gruß und Dank galt allen ehrenamtlichen Helferinnen, ohne die der Hospizdienst nicht auskommen könne.

Die Hospizgruppe ihrerseits begrüßte die neue Einsatzleiterin ebenfalls mit Rosen, Bürk überreichte ihr ein geschnitztes Herz für ihre zukünftige Arbeit für die Kranken und Sterbenden.

Mit der Amtsverpflichtung von Irmlinde Schaudi durch Pfarrer Gottfried Löffler wurde die "Stabübergabe" abgeschlossen.

Beim sich anschließenden Ständerling gab es Gelegenheit zum Gespräch.

von Götz Bechtle