Rock-Pfarrer begeistert Publikum

Das Konzert mit Musikant, Pfarrer und Liedermacher Clemens Bittlinger (M) war gemeinsam mit David Plüss (l) und David Kandert (r) der absolute Höhepunkt des diesjährigen Kirchenbezirkstags in Bad Wildbad.

Begeisterte beim Kirchenbezirkstag das „unplugged“ Singen mit Clemens Bittlinger in der Englischen Kirche, so war das sich anschließende Konzert in der Trinkhalle mit Clemens Bittlinger und seinen Instrumentalisten und Mitsängern David Kandert und David Plüss folgerichtig sehr gut besucht.

Clemens Bittlinger (Jahrgang 1959) ist evangelischer Pfarrer, Liedermacher und Musiker. Seit mehr als drei Jahrzehnten gelingt es ihm, seine Musik professionell mit seinem Pfarrberuf (Beauftragter für Mission und Ökumene) zu verbinden. Nicht umsonst wird er auch durchaus provokant als „Rockpfarrer“ bezeichnet, und wer seine Songs hört, fühlt es: Da ist einer, der ganz klar Stellung nimmt und seinen Glauben ohne Scheu darstellt. Er selbst bezeichnet seine Musik als „moderne Glaubensäußerung, die mir selbst und anderen Mut und Trost verschaffen will.“ Seine bekanntesten Lieder sind sicherlich „Aufstehn, aufeinander zugehn“, „Sei behütet“ und „So soll es sein“, die zum Teil in millionenfacher Auflage den Weg in das allgemeine Gemeindeliedgut gefunden haben.

Sein Konzert in der Bad Wildbader Trinkhalle war eine Mischung aus Humor, musikalischer Provokation und einer hoffnungsvollen Nachdenklichkeit. Instrumental wird Bittlinger seit Jahrzehnten von David Plüss (Keyboard, Handörgeli) begleitet, der außer gemeinsamer erstklassiger Musik auch gemeinsam neue Lieder schreibt und produziert. Sogar ein Buch voller Anekdoten haben Bittliner und Plüss herausgebracht, das den Titel „Schampoo, Sekt und Seelenheil“ trägt. Der zweite Instrumentalist im Bittlinger-Trio ist der fast 30 Jahre jüngere David Kandert, ein leidenschaftlicher Perkussionist. Sein weiteres Instrument ist das allseits beliebte und flexibel einsetzbar Cajon und natürlich, wie auch bei David Plüss, Gesang.

Das Konzert der drei Mitwirkenden war nicht nur musikalisch ein Hit, die begleitenden Aussagen waren absolut treffend, auch wenn dies manchem nicht so zusagte. Bittlinger: „Die Kirche zu erneuern ist etwa so schwierig, wie einen Friedhof umzubetten. Es mangelt an Mitarbeit von unten!“ „Großzügigkeit“, so Bittlinger „ist der Schlüssel zum Leben, und die Bibel ist ein Buch der Großzügigkeit und der Vergebung.“ Sein Song „Menschen, die gut tun“ erklärt Bittlinger mit „Es gibt Menschen, die tun anderen gut. Wenn sie wegfallen, merkt man erst, was fehlt!“ Weitere Songs wie „Unerhört, dass das scheinbar keinen stört“ oder „Manche Not kommt aus dem Vergleich“ sind durchaus kritisch und Bittlingers Rat dazu ist, sich nicht mit Fremden zu vergleichen. Dazu passt auch „Hab Seligkeit“ mit Anleitung und „Habseligkeiten in meinem Leben.“ Das Mottolied zum Thema des Kirchenbezirkstags „gemEINSam“ „Aufstehn, aufeinander zugehn“ erinnert an den Korintherbrief, wo die Wirklichkeit der Auferstehung im Mittelpunkt steht, ein Lied, das von den zahlreichen Zuhörern freudig mitgesungen wurde. Bittlinger betont zudem die Wichtigkeit der Frau, da Christus bei der Auferstehung zuerst einer Frau erschien. Bei Liedern wie „Wo Worte viel mehr tragen, damit ihr Hoffnung habt“ oder „Doch so lang du das nicht hast, dieses stirb und werde, bist du ein trüber Gast auf der dunklen Erde“ fordert Bittlinger seine Zuhörer zum Mitsingen auf, zum Mitklatschen, zum Mitschwingen, sich einerseits der Musik hinzugeben und andererseits den Worten der Hoffnung zu lauschen. Bittlinger, der außer verschiedenen Gitarren auch Ukulele spielt, David Kandert die selten gespielte Bassukulele, betont „Die Bibel ist ein Buch, geschrieben gegen die Angst. Über 300 Mal lesen wir „Fürchte dich nicht!“

Dekan Joachim Botzenhardt dankte den Mitwirkenden der Band um Clemens Bittlinger mit den Worten an die Zuhörer: „Lassen Sie etwas da und nehmen Sie etwas mit!“ womit er beim ersten um finanzielle Unterstützung für das Freizeitheim des Dekanats Neuenbürg im Kegelbachtal bei Sprollenhaus bat, und beim zweiten die Erfahrungen des gemeinsamen Festes in den Vordergrund stellte. Dies ergänzte Bittlinger. „Wenn Sie das Doppelte geben von dem, was Sie gerade dachten zu geben, ist es die Hälfte von dem, was gebraucht wird!“

Mit dem gemeinsamen Segen und dem Lied „Sei behütet auf deinen Wegen, sie behütet auch mitten in der Nacht, durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht“ und einem begeisterten Applaus für die Sänger und Instrumentalisten wurde das diesjährige Kirchenbezirksfest abgeschlossen. Übrigens Clemens Bittlinger und seine   Instrumentalisten sind nicht nur dieses Jahr, sondern auch 2019 mit rund 100 Konzerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr restlos ausgebucht.

Text und Foto: Bechtle

Kirchenbezirkstag lockt viele Christen nach Bad Wildbad

Rund 500 Christen, nicht nur aus dem Kirchenbezirk Neuenbürg, sondern auch aus der ganzen Region nahmen am Festgottesdienst des Kirchenbezirkstags unter dem Motto „gemEINSam“ in der Bad Wildbader Trinkhalle teil. Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom gemeinsamen Posaunenchor Wildbad, Aichelberg und Neuenbürg sowie dem Projektchor der verschiedenen Bad Wildbader Kantoreien und Gesangvereinen. Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauchholz gestaltete die Predigt, in der sie zum Motto des Kirchenbezirkstags Bezug nahm. Unser Foto zeigt links unten die Sängerinnen und Sänger des Projektchors, sowie in der rechten ersten Reihe Pfarrer Gottfried Löffler (stehend), Kirchenmusikerin Susanne Fuierer, Pfarrer Kurt Fischer, Dekan Joachim Botzenhardt, Bürgermeister Klaus Mack sowie Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauchholz (von rechts). Text und Foto: Bechtle

Beim Kirchenbezirkstag in Bad Wildbad predigte Prof. Mihamm Kim-Rauchholz zum Thema „gemEINSam.“

Der Posaunenchor Sprollenhaus, verstärkt durch auswärtige Bläser, wurde von Ewald Haag (r) geleitet.

Dekan Joachim Botzenhardt beim Interview mit Prof. Mihamm Kim-Rauchholz.

Ein ungewöhnliches Kruzifix beim Festgottesdienst (Leihgabe der evang. Kirchengemeinde Birkenfeld)

Die Diakonische Meile lockte nicht nur Erwachsene an.

Hochbetrieb zur Mittagszeit

Dekan Joachim Botzenhardt (r) dankte den sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung besonders aktiven Mitarbeitern Gottfried Löffler, Sybille Bott, Helmut Bürkle, Charlotte Moskaliuk, und Wolfgang Treiber (von links), nicht auf dem Foto, da immer noch im Einsatz, Tobias Götz und Beate Kunz.

Es musste ja ein tolles Fest werden, wenn schon an der Endstation Kurpark die zahlreichen Besucher, die mit der S-Bahn zum 9. Kirchenbezirkstag nach Bad Wildbad kamen, mit Bläserklängen des Posaunenchors Ottenhausen unter Leitung von Stephan Werner empfangen wurden. Wie die Besucher, die Bad Wildbad mit dem Auto anfuhren und im Parkhaus Kurzentrum genügend Parkplätze fanden, waren alle mit wenigen Schritten im Zentrum des Kirchenbezirkstags des Dekanats Neuenbürg, in der Trinkhalle.

Dort begann um 10 Uhr der Festgottesdienst „gemEINSam“, der mit Bläserklängen des von Ewald Haag geleiteten Posaunenchors Sprollenhaus, verstärkt durch Bläser aus Neuenbürg und Aichelberg, eröffnet wurde. Außerdem umrahmte der „Distriktchor“, Sänger und Sängerinnen der Gesangvereine und Kirchenchöre aus Bad Wildbad, dirigiert von Angelika Bertsch und Susanne Fuierer, musikalisch diesen Gottesdienst. Ein Videofilm der Jungschar Birkenfeld zeigte eine Umfrage, welche Gedanken und Überlegungen die Menschen „auf der Straße“ zum Begriff „gemEINSam“ haben, bevor Dekan Joachim Botzenhardt aus Neuenbürg die Gottesdienstbesucher begrüßte.

Der Dekan freute sich besonders, dass Professorin Dr. Mihamm Kim-Rauchholz von der Internat. Hochschule Liebenzell die Predigt für diesen besonderen Gottesdienst halten werde. „Morning has broken“, das bekannte englische Lied, wurde anschließend mit deutschem Text „Morgenlicht leuchtet“, begleitet vom Posaunenchor, gemeinsam gesungen. Pfarrer Kurt Fischer, der die Gemeinden Engelsbrand, Salmbach und Grunbach betreut, zeigte im „Schnelldurchgang“ alle Bilder, die anlässlich dieses Kirchenbezirkstags von den verschiedenen Gemeinden eingereicht worden waren und von denen ein Teil seit einigen Tagen im Kurpark mit erklärenden Texten als „Biblische Tafeln“ aufgestellt wurden. Gleichzeitig wies Fischer darauf hin, dass diese Bilder auch im neuen Büchlein „Fürs Leben erzählt“ zu finden sind, einem Gemeinschaftsprojekt der evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Neuenbürg, das in der rinkhalle verkauft wurde.

Bürgermeister Klaus Mack  betrachtete es in seinem Grußwort als besondere Ehre, auch diesmal wieder die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernehmen zu dürfen. Das Motto „gemEINSam“ unterstreiche dabei, wie wichtig es sei, dass die Kirchen und die Kommune „an einem Strang zögen. Schließlich kümmere man sich um dieselben Menschen, und durch diese gemeinsame Zusammenarbeit erreiche man für die Menschen maximale Zuwendung. Mack: „Es ist der Dienst am Menschen, der uns verbindet. Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt, nicht die Tätigkeit an sich!“ Mack wies darauf hin, dass man noch viel deutlicher die christliche Tradition, deren Werte und die gemeinsam Zielrichtung formulieren müsse. Wer das christliche Handeln in den Mittelpunkt stelle, habe eine Leitlinie in seiner täglichen Arbeit.

Nach dem gemeinsam gelesenen Psalm 23 und der Schriftlesung aus dem Markus-Evangelium führte Prof. Mihamm Kim-Rauchholz in ihre Predigt ein, dass das Wort „gemEINSam“ zwar jedem vertraut sei, dass es jedoch noch viele Kriege und gewaltsame Auseinandersetzungen im Großen und im Kleinen gebe. Eine persönliche negative Erfahrung bei ihrem Studienbeginn in Tübingen hätten bei ihr Bitterkeit und Frust erzeugt. Für sie als gebürtige Koreanerin werde Ehrlichkeit, Höflichkeit und Pünktlichkeit auch oft falsch verstanden, und eine echte Gemeinschaft scheitere bisweilen an Werten und Tugenden.

Im Paulus-Brief an die Philipper betont dieser, dass alles auf Christus gerichtet ist und rückt die Dinge in das rechte Licht unter Christus. Dies, so Kim-Rauchholz, sei keine dogmatische Entscheidung, sondern Paulus stelle Christus in den Mittelpunkt. Damit öffne man sich allen Werten und bilde mit Christus eine Gemeinschaft ohne Einschränkung, eine Gemeinschaft in seinem Geist.

Das Fürbittegebet sprachen Renate Maier, Manfred Bertsch und Martin Kohnle mit der Bitte der Gemeinde „Herr, erhöre uns.“ Mit dem Vaterunser und dem Segen schloss dieser besondere Festgottesdienst, nochmals musikalisch umrahmt vom Posaunenchor, vom Distriktchor sowie von Kirchenmusikerin Susanne Fuierer und Bezirkskantor Bernhard Müller.

Pfarrerin Charlotte Moskaliuk (Neuenbürg) dankte abschließend allen für ihre Arbeit und wies darauf hin, dass bei den Speisen jeder geben möge, was er für richtig halte (Richtpreise waren angegeben).

Parallel zum Festgottesdienst fand im Katholischen Gemeindehaus St. Bonifatius ein abwechslungsreiches Programm für Kinder statt

Beim anschließenden Mittagessen wurde eine kleinere Auswahl an Speisen angeboten, so dass jeder seinem Appetit entsprechend zugreifen konnte. Noch schönere gestiftete „Hausfrauenkuchen“ luden außerdem zu einer Kaffeepause ein.

Gleichzeitig war es auch möglich diese Zeit zum Gespräch und zu Informationen zu nutzen, denn auf dem Trinkhallenplatz war eine „Diakonische Meile“ mit verschiedenen Ständen aufgebaut. Dort informierte die Diakonie Württemberg, der Diakonieverband Nördl. Schwarzwald, der Hospizdienst Oberes Enztal, der Pflegestützpunkt des Landkreises Calw, die Gideons, die Gefährdetenhilfe Wegzeichen aus Enzklösterle, die ökumenische Telefonseelsorge, die Kirchengemeinde Bad Herrenalb, das Freizeitheim Sprollenhaus des Evg. Jugendwerks Neuenbürg, das Netzwerk Asyl Straubenhardt über ihre Arbeit. In der Trinkhalle waren der Weltladen, die Atempause sowie die Bible Art Jounaling vertreten.

Für die Kinder gab es außer einer Hüpfburg, das Water-Soccer (eine recht rutschige Sache), T-Wall und Kinderschminken, so dass es auch den Jüngsten nicht langweilig wurde.

Eine musikalische Abwechslung mit einem gelungenen Blaskonzert bot die Stadtkapelle Wildbad unter der Leitung von Martin Koch im Musikpavillon, und wer Lust und Zeit hatte, konnte mit dem Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger in der Englischen Kirche mitsingen – der Zulauf war enorm. Das sich um 15 Uhr anschließende Konzert mit Clemens Bittlinger und seinen Instrumentalisten wurde deshalb auch sehr gut besucht (separater Bericht folgt).

Den Abschluss machte Dekan Joachim Botzenhardt. Er dankte in seinem „Wort auf den Weg“ allen „Schwestern und Brüdern“ für dieses schön Glaubensfest, dafür dass sie gekommen waren und auch  dafür, dass sie zum Gelingen dieses Tages beigetragen hatten. Botzenhardts besonderes Dankeschön galt der Stadt Bad Wildbad, der Touristik, dem Förderverein Trinkhalle und der Katholischen Kirchengemeinde für deren Unterstützung. Stellvertretend für alle bedachte er Sybille Bott, Helmut Bürkle, Wolfgang Treiber, Tobias Götz, Beate Kunz, Charlotte Moskaliuk und Gottfried Löffler  mit der CD „Unerhört“ des Liedermachers Clemens Bittlinger. Botzenhardt: „Nehmen Sie die Erfahrung des gemeinsamen Festes mit. Sie sind auf dem Weg des Glaubens nicht allein, auch wenn die Zahlen manchmal vor Ort überschaubar sind. Gemeinsam sind wir viele, gemeinsam sind wir stärker. Wir sind ein tolles Team und wir haben einen „großen Trainer.“

Mit dem Segen des Herrn beschloss er den offiziellen Teil des diesjährigen Kirchenbezirkstags, der mit über 600 Menschen aller Altersgruppen wiederum außergewöhnlich gut besucht war.

 

Text und Bilder: Bechtle

Kirchengemeinde feiert ihre Mitarbeiter

Pfarrer Gottfried Löffler (links im Bild) begrüßte neue und ehrte langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchengemeinde Bad Wildbad: Deniz Pross, Ernstgeorg Kieburg, Claudia König, Claudia Stephan, Annekatrin Haag, Robin Welker, Nina Zimmermann, Lena Schuhmacher und Lea Roller (von links nach rechts).

Seit 18 Jahren gibt es das Mitarbeiterfest der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Wildbad, dazu werden alle eingeladen, die sich haupt- oder ehrenamtlich das Jahr über für die Kirche engagieren und das sind ziemlich viele.

Vergangenen Donnerstag (08.03.2018) war es im Ludwig-Hofacker-Haus wieder so weit. Kirchengemeinderat Hans Volz begrüßte an die hundert Gäste, die sich in irgendeiner Weise bei der Gemeinde einbringen. Volz erinnerte an ein Gedicht von Gerhard Engelsberger „Es liegt an Dir, welche Spuren Du hinterlässt.“ Er freue sich über diejenigen, die ihren Platz in der Gemeinde gefunden haben, wo sie gerade nötig sind und dankte herzlich dafür. Volz äußerte auch einen Wunsch. Es wäre auch schön, wenn irgendwann einmal ein Besucher bei den öffentlichen Sitzungen des Kirchengemeinderats dabei wäre.

Das Fest sei auch eine Möglichkeit der Begegnung der Generationen, sagte Pfarrer Gottfried Löffler, einer der wenigen Anlässe im Jahr, wo wirklich alle Altersgruppen, Jung und Alt, zusammenkämen.

Motto des Abends war die Jahreslosung „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. Die zog sich als roter Faden durch den Abend, und tauchte in verschiedenen Variationen immer wieder auf. Als Multimediapräsentation, in den Auftritten des Posaunenchors und der Kantorei, sowie beim gemeinsamen Malprojekt.

Musikalische Beiträge kamen vom Posaunenchor unter Leitung von Ewald Haag, und der Kantorei unter Leitung von Susanne Fuierer.

Gemeindediakonin Beate Kunz, stellte die vielen Bereiche vor, in denen die Leute sich einbringen, vom Pfarramt bis zum Austragen des Gemeindebriefs.

Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Abendessen, das sich alle schmecken ließen und dazu „ausgiebiges Schwätza“, wie ausdrücklich als Programmpunkt vermerkt war.

Außerdem stellte Pfarrer Löffler die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gemeinde vor. Dies sind Redita Binder, Robin Welker und Claudia Stephan vom Kindergarten, Britta Schmerbeck und Deniz Pross von der Diakoniestation, Irmlinde Schaudi vom Hospizdienst und Rose Bäuerle von der Kirchenpflege, sowie Ernstgeorg Kieburg und Paul Kröber vom Gemeindedienst und Lena Schumacher und Lea Roller in der Mädchenjungschar.

Weiter gab es Ehrungen für langjähriges Engagement. 25 Jahre dabei sind die Erzieherinnen Claudia König und Tabea Klaiber sowie Pflegekraft Sabine Eichberger. 10 Jahre dabei ist Melanie Seyfried als Zusatzkraft im Kindergarten und 5 Jahre sind Hausmeisterin Annekatrin Haag und Kinderpflegerin Nina Zimmermann dabei. Blumen und Urkunden verteilte Pfarrer Löffler.

Zu vorgerückter Stunde stieg Pfarrer Thomas Föll in die Bütt. Nach einem politisch korrekten Witz, den niemand hören konnte, demonstrierte er genussvoll, wie Menschen an schwierigen Fachbegriffen scheitern können und berichtete humoriges aus dem Leben eines Krankenhauspfarrers.

Text und Bild Bernd Helbig

 

Es gbt Nächstenliebe ohne Vorbehalt

Die Helferinnen des Hospizdienstes Oberes Enztal verabschiedeten mit Rosen die Gründerin dieser Einrichtung, Kristine Bürk.

Pfarrer Gottfried Löffler verpflichtete Irmlinde Schaudi als neue Koordinatorin des Hospizdienstes.

Die Helferinnen des Hospizdienstes Oberes Enztal verabschiedeten mit Rosen die Gründerin dieser Einrichtung, Kristine Bürk.

Was auf dem Programmzettel zur Verabschiedung von Kristine Bürk als "Stabübergabe" angekündigt worden war, gestaltete sich zu einer bewegenden Feierstunde, die nicht nur bei den Beteiligten mit einigen Wehmutstränen verbunden war.

Im Ludwig-Hofacker-Haus in Bad Wildbad wurde am Samstagnachmittag Kristine Bürk verabschiedet. Sie ist die Gründerin des Hospizdienstes Oberes Enztal und leitete bis zum Jahresende 2017 die ambulante Hospizgruppe zur Begleitung schwerstkranker sterbender Menschen und deren Angehörigen zwölf Jahre lang.

Die in der Hospizgruppe tätigen "Helferinnen", viele Freunde, Angehörige von bisher gepflegten Menschen, die Geistlichen des Oberen Enztals, eine Reihe von Ärzten sowie Vertreter der Kommunen waren gekommen, um Bürk für diese Arbeit zu danken, die Pfarrer Gottfried Löffler in seiner Begrüßung als "ihr Kind" bezeichnete.

Eingeleitet und musikalisch umrahmt wurde die "Stabübergabe" von einer Bläsergruppe der Stadtkapelle.

Bürk, so Löffler, habe den Hospizdienst maßgeblich geprägt. Sie führte die Erstgespräche mit den Angehörigen sterbender Menschen, organisierte die regelmäßigen Supervisionen und gemeinsamen Wochenenden der Hospizgruppe, beteiligte sich an Tagungen und Fortbildungen, und ging einmal im Jahr mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit, um so auch die Arbeit der Hospizgruppe nach außen zu tragen.

Bürgermeisterstellvertreter Jochen Borg dankte ihr im Namen der drei Kommunen für die Gründung und das hohe Engagement in dieser selbstlosen und schwierigen Tätigkeit. Borg begrüßte außerdem Irmlinde Schaudi aus Enzklösterle als Nachfolgerin in der Leitung der Hospizgruppe.

Der Dienst der Hospizgruppe, so Pfarrer Thomas Föll, sei unabhängig von Religion, Stand und Weltanschauung. Hier gelte es, die Maxime von Cicely Saunders, der englischen Gründerin der Hospizarbeit wahrzunehmen: "Leben bis zuletzt und die Würde des Sterbenden zu achten." Zwei Phasen des Lebens benötigten besondere Hilfe: die Geburt und das Sterben. Deshalb sei die Tätigkeit der Hospizgruppe ein wichtiger Dienst für die Sterbenden. Wobei als Grundkompetenz hohes Einfühlungsvermögen und entsprechende Lebenseinstellung der Hospizhelfer unumgänglich sei.

Günther Limberg dankte Kristine Bürk im Namen der Ärzteschaft und versicherte: "Gott ist dort, wo Nächstenliebe ohne Vorbehalt gegeben wird." Nächstenliebe sei wie ein Vitamin, den man für sich nicht selbst erzeugen könne, und Liebe mache Mut zur Hilfe für andere.

Sabine Horn ist nicht nur stellvertretende Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbands Baden-Württemberg, sondern auch Nichte von Kristine Bürk. Deshalb fand sie als "Hospizbewegte" sehr persönliche Worte und Gedanken für ihre Tante, der sie für ihre Arbeit dankte. Horn verglich die Hospizarbeit mit einem Stein, der ins Wasser fällt und kreisförmige Wellen schlägt, also etwas bewegt. So sei es auch bei den Hospizhelfern, die Achtsamkeit, Respekt, Wahrhaftigkeit und Offenheit besitzen würden, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Horns besonderer Wunsch an die neue Hospizleiterin Irmlinde Schaudi war, die bisherige enge Verbundenheit untereinander weiterhin zu pflegen.

 

Viele Rosen

"Ich fühle mich wie ein abgeblühter Löwenzahn, von dem alle Schirmchen weggeweht wurden und nur noch der Stängel übrig ist", meinte Kristine Bürk mit etwas Wehmut in der Stimme und dankte allen – vor allem den ehrenamtlichen Helferinnen und deren Familien. Gleichzeitig aber auch den Menschen, die sich ihr beim Sterben anvertraut hätten.

Die Frauen der Hospizgruppe dankten ihrerseits ihrer bisherigen Einsatzleiterin mit einem Gemälde der Künstlerin Gabriele Koenigs, eine Welle darstellend, und vielen Rosen, welche nicht nur Anerkennung, sondern auch hohe Zuneigung ausdrückten.

Es gehe beim Hospizdienst um die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse von Kranken und Sterbenden, aber auch die Bereitschaft loszulassen und zu spüren, dass man nicht alleine sei, betonte Irmlinde Schaudi, die sich anschließend vorstellte.

Sie ist seit Anfang Dezember 2017 als Koordinatorin tätig, als "katholische Fachfrau im ökumenischen Geist", wie sie dies selbst bezeichnete. Schaudis besonderer Gruß und Dank galt allen ehrenamtlichen Helferinnen, ohne die der Hospizdienst nicht auskommen könne.

Die Hospizgruppe ihrerseits begrüßte die neue Einsatzleiterin ebenfalls mit Rosen, Bürk überreichte ihr ein geschnitztes Herz für ihre zukünftige Arbeit für die Kranken und Sterbenden.

Mit der Amtsverpflichtung von Irmlinde Schaudi durch Pfarrer Gottfried Löffler wurde die "Stabübergabe" abgeschlossen.

Beim sich anschließenden Ständerling gab es Gelegenheit zum Gespräch.

von Götz Bechtle