Armut macht krank - Krankheit macht arm

Zur Bildergalerie 

 

Wenn Krankheit die Existenz bedroht

Wer im Osten der Demokratischen Republik Kongo krank ist oder ein krankes Kind betreut, kann keinen Lebensunterhalt verdienen. Wer nicht verdient, kann Arztbesuche nicht bezahlen und die Familie nicht versorgen. Viele Menschen gehen deshalb nicht oder zu spät zum Arzt. Auch deshalb sterben weltweit täglich mehr als 17.000 Kinder an Krankheiten, die größtenteils behandelbar wären.

 

Eine Krankenversicherung lindert die Not

Im Ost-Kongo können Menschen eine günstige Krankenversicherung abschließen. Für einen Beitrag von zehn Dollar im Jahr erhalten die Mitglieder eine breite Gesundheitsversorgung: Den Erstbesuch beim Arzt, Routine- und Laboruntersuchungen, Geburtshilfe und einen Klinikaufenthalt.

Das Difäm unterstützt diese Krankenversicherung durch fachliche Beratung und die Finanzierung von Verwaltungs- und Schulungskosten.

 

Ihre Spende hilft

 

10 Euro

finanzieren die Malariabehandlung von zehn Kindern

50 Euro

unterstützen die Gewinnung neuer Mitglieder

für die Krankenversicherung.

75 Euro

ermöglichen eine dreitätige Weiterbildung

zum Thema Krankenversicherung.

 

 

 

Versicherung für Kranke

Neun von zehn Menschen in Afrika südlich der Sahara haben keinen Zugang zu einer Kranken- oder Unfallversicherung. Krankheit bedeutet nicht selten eine existenzielle Bedrohung für ganze Familien. Im Ostkongo unterstützen wir daher den Aufbau einer lokalen Krankenversicherung: Die Mutuelle de Santé Canaan, MUSACA.

 

Wenn Krankheit die Existenz bedroht

Die Menschen im Ostkongo haben oft keinen Zugang zu den Gesundheitsdiensten. Oft ist die medizinische Versorgung nicht ausreichend. Die langjährigen politischen Konflikte erschweren die Entwicklung des Landes und die Infrastruktur befindet sich in einem schlechten Zustand. Nur 6,4 Prozent aller staatlichen Ausgaben fließen in den Gesundheitsbereich, wo eigentlich 15 Prozent erforderlich wären.

In den meisten Krankenhäusern müssen die Patienten ihre Behandlung inklusive Medikamente selbst bezahlen. Viele Menschen können sich das nicht leisten. Sie behandeln sich entweder selbst oder, wenn sie ins Krankenhaus kommen, verlassen sie es vorzeitig. Umgekehrt fehlen den Krankenhäusern die Einnahmen. Sie können dann ihre Angestellten nicht bezahlen. Um diesem Kreislauf von Armut und Krankheit ein Ende zu setzen, fördern wir den Aufbau einer solidarischen Krankenversicherung.

 

Krankenkasse als Versöhnungsprojekt

Rose Mumbere leitet ein Krankenversicherungsprojekt im Ostkongo. Die Mutuelle de Santé Canaan (MUSACA) sichert nicht nur kostengünstigen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Sie stärkt auch die Solidarität unter den verschiedenen ethnischen Gruppen und trägt so zur Versöhnung nach dem Bürgerkrieg bei. Mittlerweile hat MUSACA 1922 Mitglieder aus unterschiedlichen Volksgruppen. Das Difäm begleitet, evaluiert und berät die MUSACA seit der Anfangszeit.

„Viele Menschen erreichen wir in unserer Kultur während der Totenwache“, sagt Rose Mumbere. „Im Tod sind alle gleich und genau dort setzen wir an.“ Die gelernte Krankenschwester unterrichtet neben ihrer Arbeit für MUSACA an Krankenpflegeschulen in Nyankunde und Bunia. Im französischen Lyon hat sie internationale Entwicklung studiert. Dort kam sie auch auf die Idee, in ihrer Heimat eine Krankenkasse aufzubauen. „Als der Bürgerkrieg endlich zu Ende war, zogen sich viele internationale Nichtregierungsorganisationen aus dem Ostkongo zurück und die  Gesundheitsversorgung bei uns verschlechterte sich rapide“, sagt die Mutter dreier Töchter. Da keine Gratismedikamente mehr verfügbar waren, hätten die Menschen aus Blättern Arznei hergestellt oder billige und schlechte Arzneimittel in Straßenläden gekauft. „Bei uns gibt es keine bzw. keine erschwingliche Krankenversicherung. Die Familien müssen die Kosten für medizinische  Behandlungen und den Arbeitsausfall des Familienmitglieds selbst tragen.“ Nicht selten sei die Existenz einer ganzen Familie dann bedroht.

 

Krankenversicherung statt Sterbekasse

2008 begann Rose Mumbere den Aufbau der MUSACA mit dem Ziel, allen Menschen in Bunia eine gute und bezahlbare Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Zusammen mit Kollegen führte sie vom Centre Médical Évangélique aus eine Situations- und Machbarkeitsanalyse durch. Über das Radio informierten sie die Bevölkerung über ihr Vorhaben und die Funktion einer Krankenversicherung. „Der Spar und Vorsorgegedanke ist in unserer Kultur vorhanden. Aber der Zweck war bisher ein anderer“, sagt Rose Mumbere. Es gebe beispielsweise informelle Sterbekassen, in die die Menschen einzahlten, um später ein ordentliches Begräbnis zu bekommen. „Aus Respekt vor den Toten geben die Menschen in meinem Heimatland traditionell viel Geld für Begräbnisse aus. Wir fragen sie: ‚Warum zahlt ihr für den Tod? Spart doch lieber für eure Gesundheit!‘“

 

Zehn Dollar für Basisgesundheit

Für einen Beitrag von zehn Dollar pro Jahr und Person erhalten die Mitglieder der MUSACA Basisgesundheitsversorgung in drei Einrichtungen: Erstbesuch beim Arzt, Routine- und Laboruntersuchungen, Geburtshilfe und einen bis zu siebentägigen Klinikaufenthalt. Eine zweite Kategorie deckt für einen Jahresbeitrag von 20 Dollar auch kostspielige Notoperationen wie Blinddarm oder Kaiserschnitte ab. „Bei einem monatlichen Einkommen von rund 40 Dollar ist das für viele Menschen sehr viel Geld“, sagt die Difäm-Partnerin. MUSACA räume ihren Mitgliedern deswegen auch die Möglichkeit ein, das Geld in Raten zu zahlen.

 

Verantwortung füreinander übernehmen

Fünf Festangestellte und 20 Multiplikatoren verbreiten in Schulen und Dörfern die Idee der Krankenversicherung. Ein Plakat zeigt, wofür das Projekt steht: Solidarität, gegenseitige Hilfe, Liebe und Beteiligung an der Gemeinschaft. Die Mitglieder der MUSACA haben nicht nur freien Zugang zu medizinischer Versorgung, sie übernehmen auch Verantwortung füreinander.  So erhalten Werte wie Zusammengehörigkeit und Solidarität eine neue Bedeutung.

 

Wie Sie helfen können

Wer bezahlt Gesundheit? Das Difäm fördert den Aufbau einer Krankenversicherung in Bunia. Über ethnische Grenzen hinweg trägt der Solidaritätsgedanke die Kasse, die für einen Beitrag von 10 US-Dollar im Jahr die medizinische Grundversorgung sichert.

 

 

 

10 Euro

finanzieren die Malariabehandlung von bis zu zehn Kindern.

50 Euro

unterstützen die Verwaltungskosten einer Krankenversicherung.

100 Euro

ermöglichen die Durchfallbehandlung von über siebzig Kindern.

Spendenkonto: Evangelische Bank eG Stuttgart

IBAN: DE36 5206 0410 0000 4066 60

BIC: GENODEF1EK1

Bankleitzahl 520 604 10

Konto-Nr. 406 660

 

Weitere Informationen: www.difaem.de