HomeKontaktMenü

Josef und seine Brüder

1. Mose 37 - 49


Jakob hat 12 Söhne. Die Söhne sind draußen bei den Herden. Nur Josef ist zu Hause bei seinem Vater, ebenso Benjamin, der jüngste Sohn. Jakob hat Josef besonders gern. Deshalb schenkt er Josef ein schönes, buntes Kleid. Seine Brüder werden eifersüchtig und sagen: „Immer Josef, das ist unfair!“ Sie reden schlecht über Josef.

Josef hat Träume. Er erzählt sie seinen Brüdern: „Sonne, Mond und Sterne, auch die Garben auf dem Feld verneigen sich alle vor mir.“ Die Brüder werden böse auf Josef, auf seine Träume und auf sein schönes Kleid.

Eines Tages, weit weg von zu Hause auf dem Weideplatz, lassen sie ihre Wut an Josef aus. Sie ziehen ihm das bunte Gewand aus und werfen ihn in einen trockenen Brunnen. Josef schreit. Nur Ruben, der älteste Sohn, will ihm helfen. Aber die anderen lassen ihn nicht. Sie lassen Josef liegen. Da kommt eine Karawane vorbei, Händler, Kamele und Esel. Die Brüder holen Josef aus dem Brunnen und verkaufen ihn für zwanzig Silberstücke an die Händler. Die Karawane zieht mit Josef weiter nach Ägypten.

Josefs Gewand tauchen die Brüder in Ziegenblut und bringen es ihrem Vater. „Ein wildes Tier hat Josef zerrissen“, behaupten sie. Jakob weint laut. Keiner kann ihn trösten.

In Ägypten wird Josef als Sklave an Potifar verkauft. Potifar ist ein reicher und mächtiger Mann. Josef arbeitet in seinem Haus und Garten. Und Gott ist mit Josef. Was Josef tut, wird gut. Er wird sogar zum Aufseher über die anderen Sklaven.

Aber Potifars Frau will Josef für sich haben. Josef sagt „Nein!“, und reißt sich von ihr los. Sie erzählt Potifar, dass Josef sie verführen wollte. Wegen ihrer Lüge wird Josef ins Gefängnis geworfen. Da ist es dunkel. Aber Gott schützt ihn auch hier. Die Menschen im Gefängnis mögen Josef. Er bekommt Arbeit im Gefängnis und er erklärt den Gefangenen ihre Träume.


Eines Tages hat der Pharao zwei Träume. Er weiß nicht, was sie bedeuten und hat große Angst. Niemand kann ihm helfen. Da holen sie Josef aus dem Gefängnis und fragen ihn um Rat.

Josef sagt : „Ich kann die Träume nur mit Gottes Hilfe deuten.“ Er erklärt : „Die sieben fetten Kühe sind sieben gute Jahre. Die sieben vollen Ähren bedeuten reiche Ernte. Alle haben genug zu essen. Die sieben magere Kühe sind sieben magere Jahre. Die sieben dünnen Ähren verheißen eine Hungersnot. Darum schaffe Vorräte für diese sieben mageren Jahre!“

Bald darauf macht der Pharao Josef zu seinem Minister. Er hat erkannt: Josef ist klug und gescheit. Gott ist mit ihm. Es kommt, wie Josef gesagt hat: Die sieben fetten Jahre bringen reiche Ernte. Josef lässt Scheunen bauen und das Getreide sammeln für die Zeit der Dürre und des Hungers. Dann folgt die Zeit der dürren Jahre. Sieben Jahre keine Ernte. Aber in Ägypten haben die Menschen genug zu essen. Josef verteilt die Vorräte aus den sieben guten Jahren.

In anderen Ländern herrscht Hungersnot. So kommen Menschen aus allen Ländern nach Ägypten. Sie wollen Getreide einkaufen. Auch Josefs Brüder kommen. Sie verneigen sich vor Josef und bitten um Getreide.

Josef erkennt seine Brüder und denkt an seine Träume. Doch er sagt ihnen nicht, dass er ihr Bruder Josef ist. Er stellt sie auf die Probe: Ob sie einen Bruder auch noch heute im Stich lassen? „Ihr seid bestimmt Spione!“ Sie flehen ihn an: „Nein, bestimmt nicht! Wir wollen nur Korn kaufen. Wir sind zwölf Brüder. Einer ist nicht mehr da und der Jüngste ist beim Vater geblieben.“

Josef redet streng: „Bringt mir euren jüngsten Bruder mit. Einer bleibt hier, bis ich euren jüngsten Bruder gesehen habe.“

Josef lässt ihnen die Säcke mit Getreide füllen und legt jedem sein Geld, mit dem sie bezahlt haben, dazu. Als sie zu ihrem Vater kommen, sagen sie ihm alles. „Wir müssen Benjamin nach Ägypten mitnehmen.“ Jakob aber will nicht auch noch Benjamin verlieren.

Der Hunger im Land jedoch ist groß. Jakob muss seine Söhne nach einiger Zeit wieder zusammenrufen: „Wir brauchen Getreide.“ Schweren Herzens lässt er sie mit Benjamin, Geschenken und Geld wieder nach Ägypten ziehen.


Josef sieht sie schon von weitem. Er lässt ein Essen für sie vorbereiten. Josefs Brüder wundern sich und fürchten sich. Sie werfen sich vor Josef nieder und überreichen ihm die Geschenke. Josef fragt nach Benjamin und dem Vater. Sie stellen ihm Benjamin vor. Josef läuft hinaus und weint. Er mag Benjamin.

Nach dem Essen werden die Säcke wieder mit Korn gefüllt. In Benjamins Sack lässt Josef einen silbernen Becher legen. Froh und verwundert ziehen die Brüder wieder heim. Doch bald werden sie von Josefs Reitern aufgehalten: „Ihr habt den Becher unseres Herrn gestohlen!“ Sie antworten: „Wir stehlen nicht! Seht doch nach !“ Die Reiter öffnen alle Säcke. Schließlich finden sie den Becher bei Benjamin. Die Brüder sind verzweifelt und haben Angst um Benjamin.

Sie werden zu Josef geführt. Sie fallen vor ihm nieder. „Wir sind vor dir schuldig geworden. Mach uns alle zu deinen Knechten, aber lass Benjamin, unseren jüngsten Bruder, nach Haus zu unserem Vater!“

Josef freut sich, dass sie für ihren Bruder einstehen und sagt zu ihnen: „Ich bin euer Bruder Josef! Kommt her ! Wie geht es unserem Vater?“ Die Brüder erschrecken: „Der Josef! Wie wird er sich jetzt an uns rächen?“

Aber Josef beruhigt sie: „Habt keine Angst. Gott hat alles gut gemacht. Ich bin euch nicht mehr böse. Ich will für euch alle sorgen.“ Und er gibt ihnen den Auftrag: „Erzählt alles unserem Vater. Er soll nach Ägypten kommen.“

Und so zieht Jakob mit der ganzen Familie, allen Tieren und allem, was er hat, nach Ägypten. Josef  zieht seinem Vater entgegen. Sie umarmen sich. Josef gibt ihnen das beste Land. Und Jakob segnet Josef.