Orgelkonzert (nicht nur) für Kinder

Wie funktioniert eine Orgel? Wozu sind diese Röhren? Geht das wie bei einer Flöte? Solche Fragen stellen oft Kinder, wenn sie eine Orgel sehen. Viele Fragen, viele Antworten – aus diesem Grund kam am Sonntagnachmittag die Orgelmaus Charly aus ihrem Versteck in der Stadtkirche, um Jung und Alt ein bisschen die Orgel zu erklären. Also erklärt hat eigentlich die Organistin Susanne Fuierer, die stets die Toccata von Bach vorspielen wollte, aber durch die Fragen der Orgelmaus zuerst gar nicht dazu kam.

Zu diesem unterhaltsamen Gesprächskonzert mit der Orgelmaus über die Funktionsweise der Orgel, nach einer Idee von Karl-Peter Chilla, waren Kinder und Erwachsene eingeladen. Interessanterweise waren dreimal so viel Erwachsene als Kinder da, welche das Gespräch zwischen der Organistin und der Orgelmaus höchst vergnüglich fanden. Dass die Röhren Orgelpfeifen sind, das war ja noch leicht zu verstehen, aber die Orgelmaus wolle auch wissen, ob dies so ähnlich funktioniert wie bei der Flöte ihrer Tante Albertine. Die Schwingungen, von der Susanne Fuierer erzählte, könne man allerdings nicht sehen, sondern nur als Ton hören. Auch sei das Klang-Spektrum nichts zu essen, dazu komme die Klangfarbe, die man ebenfalls nicht sehen könne.

Immerhin hat die Orgel in der Stadtkirche fast 1800 Pfeifen, aus Metall und Holz, von denen man allerdings nur die größten sehen kann. Die neugierige Orgelmaus wollte natürlich auch wissen, wer die Orgel erfunden habe, worauf die Organistin allerdings keine Antwort wusste, denn wahrscheinlich war solch ein Instrument bereits den alten Ägyptern bekannt.

Die Knöpfe neben der Tastatur (zwei Manuale und ein Pedal) sind Register und werden nicht, wie die Orgelmaus vermutete, gedrückt, sondern herausgezogen, um mit ihnen den Klang zu verändern, schließlich sind es 27 Register. Dass man mit einer Orgel nicht nur Kirchenlieder spielen kann, wie die Orgelmaus vermutete, war beim „Hochzeitsmarsch“von Mendelssohn-Bartholdy zu hören. Beim Spiel von Charpentiers Te Deum wurde die Orgelmaus aufgeregt: „Das kenn‘ ich doch, das ist die Erkennungsmelodie, die Eurovisionsfanfare!“ „Kommen Orgeln auch aus der Mode?“ wollte die Orgelmaus wissen, als sie nach dem Alter der Orgel fragte. Das erste konnte die Organistin klar verneinen, die Orgel in der Stadtkirche wurde 1989 eingeweiht, ist also erst 27 Jahre alt. Natürlich muss sie so alle 20 Jahre total überholt werden, damit der gute Klang erhalten bleibt. Sogar das Echo kann man auf der Orgel nachmachen, erfuhr die Orgelmaus, und die Punkte und Striche auf dem Blatt sind Noten, nach denen gespielt werden muss. Schwieriger zu beantworten war die Frage „Woher bekommen die Pfeifen die Luft?“ denn den elektrisch betriebenen Blasebalg hinter der Orgel kann man nicht sehen – und schließlich konnte dann doch noch die Bach-Toccata gespielt werden, der gleich das Stück „Blaze away“ folgte, das an die Musik eines Karussells erinnerte.

Viel Beifall für die reizende zehnjährige Orgelmaus Charly (Charlotte Fuierer) mit ihren vielen köstlichen Fragen und für die Organistin Susanne Fuierer, welche die Orgel erklärte.

 

Foto: Organistin Susanne Fuierer und die Orgelmaus Charly (Charlotte Fuierer) nach der Vorstellung der Orgel am vergangenen Sonntagnachmittag in der Stadtkirche.

 

Foto: Bechtle