Auf nassem Boden um Ball gekämpft

Der Himmel hatte ein Einsehen, es regnete nicht vor und während des vormittäglichen Festgottesdienstes in der Sprollenhäuser Kirche. Am Nachmittag gab es sogar Sonnenschein beim Gemeindefest der Evangelischen Kirchengemeinde Wildbad-Sprollenhaus in Sprollenhaus.

Aber nicht nur das Wetter meinte es gut mit den zahlreichen Besuchern, auch die Organisation klappte hervorragend, denn es brachte sich die gesamte Dorfgemeinschaft mit ein, zu der auch die Kirche gehört.

"Fest verwurzelt" war das Thema des Festgottesdienstes mit Pfarrer Stefan Itzek, der die "Wurzellosigkeit der heutigen Gegenwart" bedauerte. Die Bibel, so Itzek, weise im Kolosserbrief auf die feste Verwurzelung in Gott hin: "Seid in ihm verwurzelt!" Auch der christliche Liederdichter Paul Gerhardt (1607 bis 1676) hat dies in seinem geistlichen Sommerlied "Geh aus, mein Herz und suche Freud" festgestellt, als er schrieb "und lass mich Wurzel treiben." Jedes Gebet, so Itzek, sei wie ein Wurzelschlagen in der Liebe Gottes.

Mit zwei neuen Liedern, die Itzek komponiert und gedichtet hatte, sangen die Gottesdienstbesucher über diese Verwurzelung in Gott, die Kraft und Vertrauen schenkt. Der Gottesdienst wurde vom Gesangverein 1919 Sprollenhaus unter der Leitung von Eckhard Wagner musikalisch umrahmt.

Im und um das Gemeindehaus oberhalb der Kirche traf man sich zum Mittagessen. Viel Spaß für die Zuschauer und vollen Einsatz für die Spieler und den Spielleiter Thomas Günthner gab es am Nachmittag beim Mega-Kicker-Turnier auf der Anlage, die man beim Evangelischen Jugendwerk Neuenbürg ausgeliehen hatte. Die vier Mannschaften Posaunenchor, Fröschle, Konfirmanden und Indiaca kämpften auf dem rutschigen und noch nassen Wiesenuntergrund um den Ball. Nach vier Spielen stand dann das Ergebnis fest: Die Mannschaft Fröschle siegte vor den Mannschaften Indiaca, Posaunenchor und Konfirmanden.

Fest in Kinderhand war die Hüpfburg der Sparkasse Pforzheim Calw, und auch der kleine Spielplatz des Kindergartens wurde von den Kindern gerne genutzt. Im Gemeindehaus war inzwischen das Kuchenbuffet aufgebaut worden.

Wer Lust hatte, konnte sich am Schinkenschätzen beteiligen, das Lisa Fiedler aus Nonnenmiss gewann, oder bei der Tombola einen Gewinn ergattern. Gleichzeitig hatte man viel Zeit mit den Nebensitzern ausgedehnte Schwätzchen zu halten.

Dass die Experimentierstraße des Kindergartens mit sechs Stationen, betreut von den Erzieherinnen Anne Merkle und Silvia Vischer, nicht so großen Zulauf hatten, lag am großen Angebot auch für die Kinder.

Der Auftritt des Posaunenchors unter der Leitung von Ewald Haag wurde mit einem kleinen Wettbewerb eingeleitet, nämlich dem Erkennen der Nationalhymnen von neun Ländern. Dass natürlich die deutsche Nationalhymne erkannt wurde, war klar. Die Hymnen von Großbritannien, USA und Österreich waren einigen bekannt, großes Schweigen und Raten herrschte dagegen bei Japan, der Schweiz, Griechenland und weiteren europäischen Staaten.

Bei den echten Wurzeln, die bei einem Wettbewerb von verschiedenen Besuchern von zu Hause mitgebracht worden waren, gab es nur Sieger. Die Entscheidung war zu schwierig, so dass Stefan Itzek alle zu Gewinnern erklärte.

Jeder Mensch braucht eine Verwurzelung. Diese wurde beim Aufstieg von etwa 50 mit einer Rücksendekarte versehenen Ballons deutlich. Schließlich sind die Menschen auch im Himmel verwurzelt, und es dient ebenso dem irdischen Frieden, wenn, wie vor zwei Jahren, ein Ballon 1200 Kilometer flog und aus Polen zurückgesandt wurde.

Den offiziellen Abschluss bildete der Posaunenchor mit "Kein schöner Land".

von Götz Bechtle