Gospel-Gottesdienst-Konzert

Ewie Sturm und Tracey Campbell beim Konzert-Gottesdienst in der Stadtkirche

Den Dreikönigstag feierten Christen aus den evangelischen Kirchengemeinden Enzklösterle, Wildbad, Calmbach und Höfen gemeinsam mit einem Distriktgottesdienst am Spätnachmittag in der Stadtkirche in Bad Wildbad im Rahmen eines Konzerts mit der Gospelsängerin Tracey Campbell und der Band „Gospel Company.“

 

Tracey Campbell, geboren in Jamaika, aufgewachsen in London, gilt als eine der begabtesten schwarzen Gospelsängerinnen Großbritanniens. Bei ihrem Konzert-Gottesdienst in dem voll besetzten Gotteshaus erlebten die Besucher noch einmal die Weihnachtsgeschichte um die Verkündigung und Geburt Jesu, allerdings in anderer Weise als sonst. Natürlich mit Gebet, Lesung, Vaterunser und Segen, aber vor allem auch mit Bild- und Textpräsentation, wunderbarer moderner Musik und mitreißenden Gospelsongs, deren Rhythmus zum Mitmachen einluden. Pfarrer Gottfried Löffler begrüßte die zahlreichen Besucher des „etwas anderen Gottesdienstes,“ indem er  betonte: „Nur wer die Herzen bewegt, bewegt die Welt!“

 

Und Tracey Campbell verstand es vokal und menschlich, die Herzen zu bewegen. Die Gospelsängerin singt um die Liebe, die Freude und die Freiheit, die sie in Jesus Christus gefunden hat. Von der Liebe Gottes sollen ihre Zuhörer erfahren, so wie sie selbst hat, als sie ganz unten war, denn „Gott war für mich die Brücke über schwierige harte Zeiten,“ bekennt sie persönlich.

 

Ihr Gesang reißt mit, ihre sonore, dunkle und ausdrucksvolle Stimme füllt den Kirchenraum. Stimmlich hell und klar ergänzt Ewie Sturm die Songs, singt mit Tracey, beide zusammen finden einen neuen überaus klaren und schönen Klangausdruck. Aber auch die Zuhörer singen mit, bei „Sing Hallelujah,“ sie stehen auf, klatschen begeistert mit, singen bei „Glory to the Lord,“ (Gebt Gott die Ehre) bis zum „Go, tell it on the mountains.“

 

Dann eine Pause, Ruhe und Besinnung. Sonja Großmann-Bott vom CVJM Calmbach liest aus dem Johannes-Evangelium „Die Menschwerdung des Wortes“ und spricht das Gebet.

 

Ein besinnliches Solo ist der nächste Soul-Titel, den Tracey Campbell a capella vorträgt, ohne die beiden Instrumentalisten Andy Doncic (Keyboard und Saxophon) und Andre Colocelli (Percussion). Und wieder nimmt sie das Publikum mit, lässt es mitsingen, fordert es auf, in unterschiedlichen Tonarten „He’s my friend“ mitzusingen, was bestens gelingt, und ihre Begeisterung überträgt sich wieder auf die Zuhörer. Dazwischen immer wieder der Griff zu der unvermeidlichen Tasse, für einen Schluck, um die am Vormittag noch recht spröde klingende Stimme zu „ölen.“

 

Besinnlich „Like a bridge over troubled water,“ voller Rhythmus und Schwung „Kumbaya my Lord,“ mehrstimmig und beschwingt mit den Gottesdienstbesuchern „We need you everytime“ – wobei Tracey stimmlich moduliert, Texte ergänzt und stets in Kontakt mit Andy Doncic ist, der als ausgezeichneter Keyboarder sich ganz nach der Gospelsängerin richtet.

 

Dann geht sie ins Publikum „You got a friend,“ „Oh happy day“ und schließlich bekennt sie, dass ihr Lieblingslied das in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstandene „Lobe den Herren“ ist, dessen erste Strophen sie englisch ansingt, um dann mit allen den letzten Vers auf deutsch zu singen und so den musikalischen und gesanglichen Lobpreis des Herrn abzurunden.

 

Pfarrer Ulrich Hilzinger, Höfen, beschließt mit dem gemeinsamen Vaterunser und dem Segen Gottesdienst und Konzert. Jedoch mit dem Song „Amen“ des amerikanischen Komponisten, Songwriters und Sängers Jester Hairston wird leise beginnend und immer mehr anschwellend der Lebens- und Leidensweg Christi im Wechselgesang von Tracey Capbell, Ewie Sturm und den Besuchern des Gottesdienstes zum großartigen Finale dieser einmaligen Veranstaltung. Rasender Applaus für die großartige und sympathische Sängerin Tracey Campbell, für die instrumentalen Begleiter Andy Doncic und Andre Colocelli sowie die Begleitstimme Ewie Sturm.

Götz Bechtle