Verabschiedung der ausscheidenden Kirchengemeinderäte im Gottesdienst am 27. Januar 2008

Pfarrer Itzek mit den verabschiedeten Kirchengemeinderäten Friedrich Gaus, Gudrun Oberle und Paul Hagmaier (von links). Nicht auf dem Bild: Hans Gauß.

Liebe Kirchengemeinderäte!

 

Ich möchte Ihnen danken …

Im Namen der Kirche

Im Namen der Gemeinde

Im Namen der bürgerlichen Gemeinschaft

 

Aber irgendwie ist mir das schwer gefallen.

Natürlich ist es für die Kirche wichtig, dass es Menschen gibt, die aus dem einfach so Dabeisein heraustreten und öffentliche Verantwortung übernehmen.

Natürlich ist es für die Gemeinde wichtig, dass sie Menschen aus ihren Reihen haben, die Verantwortung übernehmen, sich hinstellen und sagen: Kommt, lasst uns gemeinsam handeln.

Natürlich ist es auch für die bürgerliche Gemeinde wichtig, dass da einfach still mitgedacht und verantwortet wird in Diakonie, Kindergärten, Schule, Musik, Kinder- und Jugendarbeit.

 

Sie waren alle aktiv. Und das ist gut so.

Nun stehen wir wieder vor Veränderungen. Vier Kirchengemeinderäte hören auf, andere machen weiter oder kommen neu hinzu.

 

Da können wir und sollten auch mutig und offen Zwischenbilanz ziehen mit der Frage: Haben wir das Reich Gottes gebaut? Ist es da? Hat es etwas gebracht, da mitzutun?

 

Wo es mir schwer fällt, Tiefes zu sagen, bin ich einfach in Gedanken zu dem Ursprung unseres Glaubens zurückgegangen. Und ich denke: das ist die richtige Frage, die uns bei einer Zwischenbilanz weiterbringen kann: Was würde Jesus sagen?

 

Er würde sagen: Das was ihr einem armen Menschen getan habt, das was ihr einem einzigen, der arm dran war im Leben, Gutes getan habt, das habt ihr mir getan.

Wenn ihr nur einem Menschen geholfen habt im Leben nicht unterzugehen, wenn ihr nur einem Menschen ein wenig vermitteln konntet, was die Liebe Gottes für eine wunderbare Großmacht ist, dann habt ihr Reich Gottes gebaut – bei allem Zwiespältigen, Unabgeschlossenen, Drängendem, das bleibt.

Ihr könnt es nicht allen recht machen. Ihr könnt es auch Gott nicht recht machen. Ihr könnt es auch euch nicht ganz recht machen. Niemals.

Vielleicht gelingt das nur einmal im Leben, wo euch so ein Wunder zufällt wie es dem barmherzigen Samariter bei seiner wunderbaren Hilfe an dem Verwundeten im Strassengraben zugefallen ist.

Ist das in der Zeit der Mitarbeit im KGR geschehen? Ich glaube: Ja – auch.

Sie haben Menschen besucht und getröstet, Ihr habt Euch gekümmert um die Not der Welt, Sie haben Rahmenbedingungen mitverantwortet, wo mehr als einem Kind, mehr als einem Hilsbedürftigen die Liebe Gottes in Wort und Tat vermittelt werden konnte – und es ist gut so.

Lasst Euch durch das Unabgeschlossene nicht entmutigen.

Freut euch an dem, was an Liebe wachsen konnte.

Seid gewiss, dass Liebe zu den Geringen und zum Geringen Gegenliebe im Himmel bei Gott findet und finden wird.

 

Das – oder Ähnliches würde Jesus sagen.

Er würde Mut machen auf das stille Blühen des Reiches Gottes zu schauen und nicht auf die scheinbare Übermacht des misslingenden Lebens.

Deshalb schenken wir Ihnen eine Pflanze, die schon aufgeblüht ist. So wie das Reich Gottes nicht erst durch uns geschaffen werden muss, sondern längst im Geringen aufgeblüht ist durch die Kraft des lebendigen Geistes Jesu Christi.

 

Deshalb möchte ich statt zu Danken Bitten: Lasst Euch versöhnen mit dem, was unser Herr Jesus Christus zum Blühen gebracht hat und zum Blühen bringen will.

Lasst euch versöhnen mit dem, was war, mit dem was heute an Veränderung geschieht und dem was die Zukunft uns hier in Wildbad und Sprollenhaus bringen wird.

 

Parrer Stefan Itzek